Etwas nicht alltägliches kann auch darin bestehen, in eine andere Rolle zu schlüpfen.
Als Flüchtling, Sträfling, Journalist im Krisengebiet oder Eingeborener im Regenwald,
dem der Lebensraum genommen wird.
Der Rollenwechsel ist eine große Triebfeder wenn es ums spielen geht.
Gefahrlos andere Welten kennenlernen.
Wichtig ist, wie von Felix schon angemerkt, eine möglichst neutrale Posititon.
Da machen die von Achim angesprochenen Gutachten schon einen Sinn.
Zu schnell sind ganze Gruppen beleidigt, es entstehen unbedachte Seiteneffekte.
Damit kommen wir aber zum Kern: Damit sich die Leute damit befassen, muss es Spass machen.
Die Global Conflicts Reihe scheint dies zu schaffen.
Es erscheint nicht als "dröges" Lernspiel.
Den Unterschied Spiel / Film muss man meiner Meinung nach etwas differenzierter sehen.
Beide Medien drücken sich auf verschiedene Arten aus.
Linear <-> Nichtlinear
Es schränkt den Entscheidungsraum der Spieler sehr ein, wenn sie "politisch korrekt" handeln müssen, um zu siegen.
Dieses Problem offenbart sich in dem Flüchtlingsspiel.
Dafür ist es sehr eindringlich gemacht und vermittelt eine düstere Atmo.
Global Conflicts dagegen lässt einen das Dilemma nicht wirklich selbst erfahren.
Zu wenig "Action". Man bekommt Dinge erzählt, aber es selbst zu "erfahren" scheint sich stärker einzugraben.
Die Verbindung zwischen beidem sollte also besser funktionieren.
Man merkt, daß die Budgets für solche Spiele eher in Recherchen investiert werden (müssen) als ins Gameplay.
Wie ein mäßig guter Film über ein eigentlich spannendes Thema, um wieder auf die Analogie zurück zu kommen.
Sorry, mir fehlt die Zeit, den Text zu kürzen...

Edit:
Hypothetische an die Realität bloß angelehnte Geschichten wären vielleicht auch tatsächlich für Spiele besser geeignet, weil man dann dem Spieler mehr Freiheiten geben kann und sich besser auf die inneren Wirkungsabhängigkeiten eines beschränkten Satzes von Faktoren konzentrieren kann.
Schön ausgedrückt.
Allerdings stellt sich dann eventuell beim Spieler das Gefühl ein
"so schlimm wirds ja nun auch nicht sein", wenn nahezu unglaubliche Vorgänge mit ihm passieren.
Mir ging es schon beim Flüchtlingsspiel so.
Ich musste mich daran erinnern, daß solch Verhöre tagtäglich in genau dieser Form stattfinden.
Das hat sich niemand ausgedacht, sondern es entspricht der Realität.
Um den erwünschten Effekt zu erzielen, muss klar sein, das es sich um Fakten handelt.
Ob sich das kommerziell vermarkten liesse, lassen wir mal aussen vor.
Ich denke auch, das vieles davon eine Blase ist, die Platzen wird.
Eben bis auf gewisse Nischen.
Selbst die Bundesregierung hat erkannt, das solche Spiele bei
der Ausbildung und Planung helfen können, z.B. wenn es um Deeskalation geht.