Ja, Danke, auch so

alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung. Der Multimediatreff befasst sich zwar jedes Mal mit anderen Themen, daher war es Zufall und – gut! - dass es diesmal ins neue Jahr mit einer Vortragsreihe über Spieleentwicklung losging. Und dieses Mal wurde „nicht gekleckert, sondern geklotzt!“
Zur Location: der Event fand in den Räumen der Mediadesign Hochschule statt, die für ihre doch recht guten und soliden Gamdedesign Studiengänge bekannt wurde. Vor 2 Wochen fand hier auch der NRW Spieleentwicklertreff statt, der dort auch wieder am 3. April stattfindet. Es gab eine Cateringbereich, wo es jederzeit richtig viel zu essen gab, der in einer „Pizzaschlacht“ gipfelte.. es gab soviel Pizza dass die Teilnehmer mehr als satt wurden..

plus Getränke, Früchte, Salate, später auch diverse Biersorten. Es gab einen Raum, dort haben Sponsoren ausgestellt, wie z.B. Galileo mit Lektüre, der 3D Powerstore mit diversen High End Eingabegeräten und diverse 3D Software auf Riesen-Monitoren und noch andere Aussteller. Es gab eine Kontaktbörse, allerdings war die nicht so der Renner – die Leute haben sich lieber so unterhalten

Es waren über dem Daumen 70 Leute da und daher richtig was los. Im Mittelpunkt standen aber die Vorträge, und die hatten es in sich:
Angefangen mit Dirk Primbs, Softwareevangelist (coole Ami-Bezeichnung für technischer Berater) von Microsoft, der u.a. aktiv bei der Entwicklung der XBOX360 mitgewirkt hat. Er bot einen Einblick (und diverse Insiderinfos) zur allgemeinen Konsolenentwikclung und den Unterschied zur PC Entwicklung (Entwicklungs und Business-Aspekte), sowie wie die XBOX360 bei Microsoft entwickelt wurde und wie es zu XNA kam. Er hat dann das XNA Framework vorgestellt und auch selber mit wenigen Zeilen live (!) einen Anfang eines Spieleprototypen programmiert und eindrucksvoll gezeigt, welche Power das XNA Framework hat. Danach hat man sofort Lust loszulegen und es erscheint auch sehr einfach zu bedienen, vor allem Dank der zahlreich mitgelieferten Samples, Tutorials und Referenzen. Er hat zwar etwas witzig über „die Geeks bei Developia“ und dass sie sich „jedes Jahr so ne Turnhalle mieten und dann da sich so gegenseitig zeigen, was sie in ihren Kellern zusammengeflickt haben“, aber „einige dieser Projekte hätten ein sehr großes Potential, in den kommerziellen Markt zu stoßen“. Und XNA zielt genau auf uns ab!
Weiter ging es mit Prof. Linda Breitlauch, der ersten Gamedesign-Professorin Europas, die sich mit dem Thema »Dramaturgie in Interaktiven Medien« befasst hat. Sie lehrt auch an der MD.H und ich bin leider eingeschlafen. Sorry.. war wie in der Uni -> wenn ein Thema eigentlich interessant ist und nur an der Oberfläche angekratzt wird, die Dozentin kein Interesse weckt, weil sie selber unsicher ist und hektisch redet.. naja. Ich kann dazu Bücher empfehlen, die interessanter sind

Danach folgten zwei Herren von Blue Byte; Dietmar Meschede, seines Zeichens »Head of Programming« und Oswin Skomroch, der »Character Animator«, die uns hinter die Kulissen von »Die Siedler« führten. Bis dahin die interessantesten Vorträge, weil sie viel über Projektplanung, -management und -umsetzung vermittelten. Dazu technische Details über die Siedler und warum sie es so gemacht haben und wie und überhaupt. Das war echtes Insiderwissen und sehr knapp aber knackig rübergebracht. Der Animateur von Blue Byte, Oswin Skomroch, ist übrigens 25 und Autodidakt... kam mit einem Demoreel zu Blue Byte, hat 2 Auftragsanimationen angefertigt und durfte dann die Animation leiten. Also, so geht’s auch

er hat für alle angehenen Animateure, falls sie keien Ausbildung in diese Richtung genießen dürfen, entweder Autodidaktik empfohlen (Bücher, Internet, Videotutorials, Übung...) oder diverse Online-Privat-Unis die solche Kurse anbieten, aber Geld kosten.
Danach kam Bernd Diemer, der „Senior Game Designer“ von Crytek, der einige interessante Aspekte von Crysis, Crytek und der CryENGINE 2 zeigte. Es ging hauptsächlich um das iterative game design model, das Crytek während der Entwicklung immer angewendet hatte. Iteratives game design bedeutet eigentlich „redesign“ im weitesten Sinne. Es gab diverse Versionen von Crysis während der Entwicklung – auch ohne Nanosuit und diese haben damals dann nicht so viel Spaß gemacht. Der Nanosuit wurde zum core feature gemacht und dann das spieldesign darauf basierend neu erstellt.. alles nach dem Motto „was ist cool? Was macht spaß? Was will der spieler?“. Während der Produktion haben die Jungs dauernd neue Ideen prototypisiert, ob die auch was taugen oder nicht – Bernd hat uns durch die prototyping sandbox geführt und uns viele Aspekte gezeigt, die es bei der Entwicklung und auch Einhaltung des Spielspaßes einzuhalten sind. Darüber hinaus hat er sehr viel Einblick darüber gegeben wie Crytek funktioniert, wie sie sich gegenseitig immer motiviert haben und was nach seiner Ansicht nach das wichtigste beim gamedesign ist. Mit Abstand der informativste Vortrag!
Schlussendlich zeigte Christophe Leske Irrlicht 3D und die Irrlicht Xtras für Adobe Director. Die Irrlicht 3D-Engine ist eine hoch performante Echtzeit 3D-Engine, die von jedem Entwicklern genutzt werden kann. Es lassen sich 3D, wie auch 2D Anwendungen für Spiele oder wissenschaftliche Projekte realisieren. Die Engine ist vollkommen kostenlos – wurde aber nicht von ihm entwickelt. Sein Fokus war seine eigene Entwicklung, die Irrlicht Xtras, die man in Director Projekte einbinden kann. Der Sinn: ca. 60% aller Webanwender haben Shockwave installiert und könnten dann daher durch den (automatisierten) Download Irrlicht Applikationen in einem Shockwave Dokument abspielen können – es wäre damit seiner Meinung nach die am weitesten verbreitete 3D engine on earth – also genau dass, was viele Spieleentwickler wollen, wenn es um Web2.0 und 3D Anwendungen geht. Er war sehr gut gelaunt und hat den eigentlich trockenen Inhalt durch Esprit, Charme und jeder Menge Entertainment beflügelt ^^ gut dass Bernd Diemer schon weg war („ja wenn der rumfliegen kann, kann ich das auch! Zoooooommmm!!! Haha, ist das cool!“).
Am Ende wurden auch noch Sachpreise verlost, darunter auch ein Wacom Tablett, das jeder haben wollte, denn es war nicht nur groß, sondern hatte auch in der Zeichenfläche ein Display integriert.. sehr geil! Dazu noch Preise von Microsoft, wie z.B. T-Shirts, Vista Ultimate und eine 3 Tasten -Minitastatur, die man selbst programmieren kann.. der Clou: in jeder Taste ist ein LCD Display integriert. Da ich das Ding abgestaubt habe, werde ich, wenn das Ding da ist, erstmal ne A7 Anbindung schreiben.. mal sehen ob man Render Target auf die Tasten legen kann ^^
Neben dem Knüpfen von Kontakten, einer neuen spielbaren Version von Achim's Running Food und einer insgesamt „coolen“ Veranstaltung freue ich mich auch weitere Events in diesem Format – was dann das nächste Mal dann der NRW Entwicklertreff hier in dieser Region wäre.